Gesundheits- und Krankenpfleger/in: Ausbildungsinhalte und -verlauf

Die Ausbildung verläuft in theoretischen und praktischen Blöcken. Im fachtheoretischen Unterricht werden Grundlagen vermittelt, die Sie dann im klinischen Einsatz in die Praxis umsetzen können. Grundlage unserer Ausbildung ist die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung.

Einführungsblock

Zu Beginn der Ausbildung erhalten Sie, in einem 6 wöchigem theoretischen Block, eine Grundlage theoretischen Wissens. Die anschließende praktische Blockphase findet auf internistischen, chirurgischen oder gynäkologischen Stationen der Klinik statt.

Probezeit

Die Probezeit beträgt 6 Monate und schließt mit einem Halbjahreszeugnis und einer praktischen Leistungsüberprüfung ab.

1. Ausbildungsjahr

Im ersten Ausbildungsjahr können Sie Einblicke in Pflegesituationen von Menschen aller Altersgruppen gewinnen. Sie lernen Aspekte der Pflege bei Neugeborenen, bei Kindern, bei Erwachsenen und alten Menschen kennen. Hier können externe Einsätze in der Kurzzeitpflege und Sozialstation stattfinden.

2. Ausbildungsjahr

Im zweiten Ausbildungsjahr lernen Sie die Psychiatrie, spezielle Bereiche wie zum Beispiel Notfallambulanz, Funktionsabteilung und Intensivmedizin kennen. Schwerpunkte im zweiten Ausbildungsjahr liegen in der Krankenbeobachtung und in der Begleitung des Genesungsprozesses.

3. Ausbildungsjahr

Im dritten Ausbildungsjahr liegen die Schwerpunkte darin, den Patienten gezielt Angebote zur Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit zu vermitteln und an der Umsetzung von Rehabilitationskonzepten mitzuwirken. Es erfolgt eine intensive Prüfungsvorbereitung unter Einbeziehung theoretischen und praktischen Wissens.

 

Abschlussprüfungen

Die Ausbildung schließt mit einer staatlichen Abschlussprüfung im 6. Semester ab.

1. Schriftliche Abschlussprüfung

erfolgt jeweils an drei auf einander folgenden Tagen.

  • Themenbereich 1: Dauer 120 min (Pflegesituationen bei Menschen aller Altersgruppen erkennen, erfassen und bewerten)
  • Themenbereich 2: Dauer 120 min (Pflegemaßnahmen auswählen, durchführen und auswerten)
  • Themenbereich 7: Dauer 60 min (Pflegehandeln an Qualitätskriterien, rechtlichen Rahmenbestimmungen sowie wirtschaftlichen und ökologischen Prinzipien ausrichten)

2. Mündliche Abschlussprüfung

dauert jeweils 10 – 15 min in den Themenbereichen.

  • Themenbereich 3 (Unterstützung, Beratung und Anleitung in gesundheits- und pflegerelevanten Fragen fachkundig gewährleisten)
  • Themenbereich 8 und 12 (bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken)
  • Themenbereich 10 (berufliches Selbstverständnis entwickeln und lernen, berufliche Anforderungen zu bewältigen)

3. Praktische Abschlussprüfung

  • Diese dauert 4 bis 6 Stunden und findet auf Station mit einer Patientengruppe von mindestens zwei bis vier Patienten statt.
  • Erstellen einer Pflegeplanung
  • Durchführung der Pflege und ärztlichen Anordnungen, inklusive Vor- und Nachbereitung
  • Evaluation der Pflege durch den Prüfling im Prüfungsgespräch

 

Praktische Ausbildung

In der praktischen Ausbildung sind Sie in das Pflegeteam der Station integriert. Sie unterstützen den Patienten in seiner täglichen Aktivität, begleiten sie zu Untersuchungen und Behandlungen und lernen mit schwierigen Lebenssituationen umzugehen. Sie werden an allen Standorten der LMK von qualifizierten Praxisanleiter/innen und Mentoren betreut. Für die praktische Ausbildung können wir viele Fachgebiete zum Kennenlernen anbieten. Hier können Sie sich einen Überblick verschaffen in welchen Fachgebieten Sie während Ihrer praktischen Ausbildung eingesetzt werden können. Praktische Einsatzbereiche können sein:

Chirurgie:

  • Viszeralchirurgie
  • Traumatologie
  • Allgemeinchirurgie
  • HNO
  • Neurochirurgie
  • Orthopädie
  • OP-Saal/Anästhesie

Innere Medizin:

  • Kardiologie
  • Gastroenterologie
  • Nephrologie
  • Neurologie
  • Palliativmedizin

Gynäkologie

Intensivmedizin

Wochen- und Neugeborenenpflege/Geburtensaal

Pädiatrie

Psychiatrie

Geriatrie

Ambulante Einrichtungen:

  • Notfallambulanz
  • Funktionsabteilung
  • Fußambulanz
  • Kurzzeitpflege
  • Sozialstation
  • Sozialdienst
  • Zentralsterilisation

 

Theoretische Ausbildung

Fachpraktischer Unterricht

Der fachpraktische Unterricht findet überwiegend im Krankenhaus Mittweida, in unserer Lehrabteilung, durch eine fachkompetente Lehrkraft der Medizinischen Berufsfachschule der Klinikum Chemnitz gGmbH statt.
Wir legen Wert Unterrichtsinhalte möglichst praxisnah zu vermitteln mit vielfältigen Unterrichtsformen, wie kreatives Gestalten, Teamarbeit in Gruppen und Workshops.

„Ausbildungsleitfaden und Praxisnachweis“

Als ein wichtiges Instrument in der praktischen Ausbildung besitzt jeder Schüler einen „Ausbildungsleitfaden und Praxisnachweis“, das die Vernetzung zwischen Theorie und Praxis unterstützen soll.
Das Praxisbegleitheft erhalten die Schüler von der Medizinischen Berufsfachschule der Klinikum Chemnitz gGmbH. Es orientiert sich an den Zielen der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpfleger/in, die im § 3 des Krankenpflegegesetzes vom 16. Juli 2003 geregelt sind.

Sinn und Zweck des Praxisbegleitheftes ist es:

  • Das Lernen in der Praxis zu unterstützen.
  • Verschiedene Kompetenzen entwickeln zu helfen.
  • Theoretische und praktische Ausbildung zu verknüpfen.
  • Wissen und Handeln miteinander zu verbinden.
  • Die Ausbildung transparent zu machen und zu dokumentieren.

Theoretischer Unterricht

Der theoretische Unterricht findet in der Medizinischen Berufsfachschule der Klinikum Chemnitz gGmbH statt. Die theoretischen Ausbildungsinhalte werden in Themenbereiche unterteilt.

Themenbereiche:

Die Ziele des theoretischen Unterrichtes werden in folgenden Themenbereichen zusammengefasst:

  1. Pflegesituationen bei Menschen aller Altersgruppen erkennen, erfassen und bewerten
  2. Pflegemaßnahmen auswählen, durchführen und auswerten
  3. Unterstützung, Beratung und Anleitung in gesundheits- und pflegerelevanten Fragen fachkundig gewährleisten
  4. bei der Entwicklung und Umsetzung von Rehabilitationskonzepten mitwirken und diese in das Pflegehandeln integrieren
  5. Pflegehandeln personenbezogen ausrichten
  6. Pflegehandeln an pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen ausrichten
  7. Pflegehandeln an Qualitätskriterien, rechtlichen Rahmenbedingungen sowie wirtschaftlichen und ökologischen Prinzipien ausrichten
  8. bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken
  9. lebenserhaltende Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen des Arztes einleiten
  10. berufliches Selbstverständnis entwickeln und lernen, berufliche Anforderungen zu bewältigen
  11. auf die Entwicklungen des Pflegeberufes im gesellschaftlichen Kontext Einfluss nehmen
  12. in Gruppen und Teams zusammenarbeiten

 

Rahmenbedingungen:

Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe in der Gesundheits- und Krankenpflege legt für die drei Ausbildungsjahre mindestens 2.100 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht sowie 2.500 Stunden praktische Ausbildung fest. Die Ausbildung beginnt jeweils am 1. September.

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