Kindertherapiestation

Kindertherapiestation der Klinik für Psychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie des Kindes- und Jugendalters

Unsere kinderpsychiatrischen Schwerpunkte liegen in der Diagnose und Behandlung von Kindern mit sehr früh beginnenden psychischen Störungen wie:

  • umschriebene oder tiefgreifende Entwicklungsstörungen
  • frühe Interaktionsstörungen zwischen Mutter und Kind
  • hyperkinetische Störungen mit und ohne Störung des Sozialverhaltens
  • umfassende Diagnostik bei Schulleistungsversagen mit intensiver Unterstützung durch die Klinikschule
  • Erarbeitung eines individuellen pädagogischen Förderprogrammes und stützende psychotherapeutische Angebote mit dem Ziel einer raschen Reintegration in die heimatlichen Schulen
  • Behandlung emotionaler Störungen des Kindesalters (Ängste, Zwänge, Depressionen)
  • Störungen, die mit somatischen Beschwerden verbunden sind (Einnässen, Einkoten, Schlafstörungen, chronische Kopf- und Bauchschmerzen)
  • Behandlung von Traumafolgen (Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung)

Es werden Kinder vom 3. bis 12. Lebensjahr aufgenommen, die auf Grund der Schwere ihrer Störung vorübergehend nicht im gewohnten familiären oder betreuenden Umfeld verbleiben können bzw. kurzzeitig aus Pflegefamilien bzw. Einrichtungen der stationären Jugendhilfe herausgenommen werden müssen.

Die vollstationäre kinderpsychiatrische Versorgung dieser Altersgruppe stellt infolge vielfältig bestehender Abhängigkeiten zu den Eltern eine große Herausforderung dar. Neben einer erweiterten Diagnostik und vielfältiger psychotherapeutischer Interventionen zur Überwindung von psychischen Erkrankungen sind wir daher im besonderen Maße auf die Sorgeberechtigten bzw. primären Bezugspersonen der Kinder angewiesen, um gemeinsam mittels intensiver Familiengespräche und interaktiven Trainings, das hochfrequent stattfinden muss, frühzeitig Weichen stellen zu können, um so die Entwicklungsbedingungen der betroffenen Kinder zu optimieren.

Aus diesem Grund bieten wir auf einer kleinen, gesondert abgetrennten Familienstation an, bis zu drei Elternteile mit ihren Geschwisterkindern für einen Therapiezeitraum von drei bis sechs Wochen für eine intensive Interaktionsbehandlung mit aufzunehmen. Dieses Behandlungsangebot soll besonders den Familien zukommen, wo pathologische Interaktionsstörung primär die Symptomatik des Kindes unterhalten. Die Eltern werden dabei in den therapeutischen und pädagogischen Alltag einbezogen mit dem vordergründigen Ziel, die Eltern-Kind-Beziehung zu stabilisieren und darüber hinaus auch eine Selbsthilfestruktur der Eltern untereinander entwickeln zu helfen.

Ein weiterer Behandlungsschwerpunkt der Kindertherapiestation ist die therapeutische Begleitung 10- bis 13-jähriger in einem halb- bzw. geschlossenen Gruppensetting, mit dem vordergründigen Ziel, die sozialen und Leistungskompetenzen der Kinder untereinander intensivst zu fördern, selbstverständlich unter Einbeziehung der jeweiligen Elternhäuser.

Die übrigen Plätze der Kinderstation werden zur Regelversorgung mit verhaltenstherapeutischen Schwerpunkt genutzt.

Die in Einzel-, Gruppen- und Familientherapien erarbeiteten Strategien werden im therapeutischen Alltagsmilieu der Station zunächst als einen ersten Schritt unter Begleitung und Betreuung (Erzieher, Sozialpädagogen, Krankenschwestern) umgesetzt. Das Vorgehen in unserer Arbeit mit den Kindern und ihren Familien ist leitlinienorientiert, wobei gerade in dieser Altersgruppe und bei der intensiven Arbeit mit den Familien auch immer individuell zugeschnittene Therapiestrategien Anwendung finden.

Schulenübergreifend kommen verhaltenstherapeutische, spieltherapeutische sowie familientherapeutische Ansätze zum Tragen. Die medikamentöse Behandlung, die je nach Krankheitsbild primär indiziert oder eine unterstützende Funktion haben kann, stellt in dieser Altersgruppe spezielle Anforderungen und findet in Einzelfällen behutsam Einsatz nach entsprechenden Aufklärungsgesprächen.

Einen wesentlichen Schwerpunkt der therapeutischen Arbeit stellen pädagogische Aspekte dar. Der Alltag der Kinder wird gemessen an den individuellen Möglichkeiten hochstrukturiert. Neben den vielfältigen therapeutischen Aktivitäten bestimmen Angebote der Vorschule und Klinikschule den Stationsalltag.

Leitgedanke der Station ist, die Kinder frühzeitig in ihren vertrauten Alltag wie Schule, Freizeitgestaltung und Familienleben bzw. in eine Pflegefamilie oder eine Einrichtung der Jugendhilfe zu integrieren, um das Bindungssystem der Kinder nicht zu überfordern. Aus diesen Gründen werden Heimatschule, Jugendhilfe, ambulante Therapeuten in das Behandlungskonzept veränderungs- und lösungsorientiert frühzeitig mit einbezogen.

Die Aufenthaltsdauer kann in Abhängigkeit von biographischen und individuellen Besonderheiten sehr unterschiedlich sein bei einer durchschnittlichen Verweildauer von 8 bis 12 Wochen. Familien bzw. versorgende Angehörige oder Bezugspersonen sind verpflichtet, die 14-tägig stattfindenden Therapiegespräche wahrzunehmen und die Kinder regelmäßig zu Wochenendbeurlaubungen in das häusliche Milieu zu begleiten.

Kontakt Kinderstation (1. OG):

Stationsschwester: Heike Großmann
Tel.: +49 3727 99 1530+49 3727 99 1530
Email: m-10b@lmkgmbh.de