Krisenstation der Klinik für Psychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie des Kindes- und Jugendalters

Hier werden Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 11 und 18 (21) Jahren zur akuten Behandlung aber auch geplanten verhaltenstherapeutisch-systemischen längerfristigen Therapie aufgenommen. Auf dieser Station finden so auch kinder- und jugendpsychiatrische Krisenaufnahmen des Einzugsgebietes Aufnahme. Die Station wird offen geführt, kann aber im Notfall zum Schutze der Patienten oder Dritter auf ärztliche Anordnung und infolge richterlicher Einweisung für kurze Zeit geschlossen werden.

Schwerpunkte der Behandlung:

  • Störung des Sozialverhaltens mit krisenhafter Zuspitzung dissozialer und devianter Entwicklungen
  • Pubertäts- und Adoleszenzkrisen mit anhaltenden Störungen der Persönlichkeitsentwicklung mit suizidaler Einengung, selbstverletzendem Verhalten, psychotischen Dekompensationen,
  • psychotische Erkrankungen sowie manifeste Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis,
  • Drogenpsychosen,
  • hyperkinetische Störungen mit komplexen Verhaltensstörungen,
  • psychosozio-emotionale Retardierungen,
  • umschriebene oder tiefgreifende Entwicklungsstörungen (Autismus, geistige Behinderung)

Die meist komplex und häufig schon chronifiziert gestörten Jugendlichen benötigen ein intensives multiprofessionelles Therapieangebot, welches sowohl medizinische als auch psychotherapeutische und pädagogische Elemente beinhaltet. Eine krisenhafte Aufnahme erfolgt, wenn eine Eigen- oder Fremdgefährdung vorliegt,  dringlich werden Fälle behandelt, wenn die alterstypischen Entwicklungsaufgaben wie Schulbesuch, Berufsausbildung nicht mehr realisiert werden. Von Eigengefährdung spricht man z. B., wenn ein junger Mensch krankheitsbedingt nicht ausreichend dazu in der Lage ist, gegen sich selbst gerichtete negative Impulse (ausgeprägte Selbstverletzungstendenzen, Selbsttötungsgedanken oder -absichten) abzuwehren. Um ihn zu bewahren, müssen dann äußere Bedingungen geschaffen werden, bis wieder genügend innere Stabilität erlangt ist. Von Fremdgefährdung spricht man, wenn aggressive Impulse gegenüber Dritten auftreten und durch die Betreffenden nicht mehr steuerbar erscheinen. Für den Fall, dass eine Behandlung gegen den Willen des Jugendlichen oder Kindes stattfinden muss, werden die Sorgeberechtigten beauftragt, sich an das zuständige Familiengericht zu wenden, um eine entsprechende Verfügung zur geschlossenen Unterbringung zu beantragen. Selten sind solche Maßnahmen längerfristig notwendig. In der Regel entscheiden die Jugendlichen meist nach kurzer Zeit, freiwillig stationäre Hilfen in Anspruch nehmen zu wollen.

Die Station arbeitet vordergründig nach einem verhaltenstherapeutisch und familientherapeutisch-systemisch angelegten Therapiekonzept. Zahlreiche komplementäre Therapieformen wie Beschäftigungstherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie, Ergotherapie, Mototherapie und Begleitung durch die Klinikschule bzw. Angebote der Berufsvorbereitung (Holzverarbeitung, Gärtnerei) sind frühzeitig mit dem vordergründigen Ziel der Deeskalation angespannter Beziehungen, innerpsychischer Stabilisierung und langfristiger Nachreifung sozio-emotionaler und kognitiver Instanzen integriert.

Familienangehörige, Bezugsbetreuer der entsprechenden Jugendhilfeeinrichtungen, ambulante Ärzte und Therapeuten und die Pädagogen der Heimatschule werden früh in eine komplexe Zusammenarbeit einbezogen. Ziel ist es, frühzeitig entwicklungsfördernde und lösungsorientierte Handlungsalternativen zu besprechen und im Laufe der stationären Behandlung schrittweise umzusetzen.

Regelmäßige Einzel-, Gruppen- und Familiengespräche dienen der Erarbeitung individueller Vorgehensweisen. Eltern und Betreuende sind verpflichtet, 14-tägig an Familiengesprächen teilzunehmen und die Kinder- bzw. Jugendlichen in therapeutischen Wochenendbeurlaubungen zu begleiten. Das Ziel ist auch bei einem notwendigen längeren stationären Aufenthalt den Lebensmittelpunkt des Betreffenden als eine wichtige basale Sicherheit deutlich zu definieren.

Kontakt Krisenstation (EG):

Stationsschwester: Birgit Kusche
Tel.: +49 3727 99 1520+49 3727 99 1520
Email: m-10a@lmkgmbh.de

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