Stationäre Multimodale Schmerztherapie

Dr. med. Ariane Schubert
Leitung

Frau Oberärztin Dr. med. Ariane Schubert

Fachärztin für Anästhesiologie, Zusatzbezeichnungen Spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin, Notfallmedizin, Akupunktur / Neuraltherapie (DGfAN)

Chefarzt-Sekretariat der Klinik für Anästhesiologie und Interdisziplinäre Intensivmedizin:
Tel.: +49 3727 99 1151+49 3727 99 1151
Fax: +49 3727 99 1449
Email: anaesthesie@lmkgmbh.de

Klinikanschrift

Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH
Klinik für Anästhesiologie und Interdisziplinäre Intensivmedizin – Bereich Stationäre Multimodale Schmerztherapie
Hainichener Straße 4 – 6
09648 Mittweida

 

Kontakt und telefonische Erreichbarkeit für Anfragen zur stationären Schmerztherapie:

Mo.-Fr. 10:00 – 12:00 Uhr

Schwester Anja Naumann
Tel.: +49 3727 99 1166+49 3727 99 1166

Die stationäre Multimodale Schmerztherapie hilft chronischen Patienten

Das Klinikum Mittweida etabliert mit Oberärztin Dr. med. Ariane Schubert ab November 2020 ein neues stationäres Behandlungsfeld: die Multimodale Schmerztherapie.

Frau Dr. Schubert, was bedeutet das?

Die Multimodale Schmerztherapie (=MMST) ist eine stationäre Krankenhausbehandlung von chronischen Patienten. Was wie ein Widerspruch klingt, ist ein ausgefeiltes Behandlungskonzept, welches den Schmerz und vor allem die Funktionalität nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig verbessern kann. Der Patient wird befähigt, seinen Alltag trotz Schmerz wieder aktiv zu gestalten und am sozialen Leben teilzunehmen. Bei der MMST erarbeitet ein multiprofessionelles Ärzte-, Therapeuten- und Pflegeteam gemeinsam mit dem Patienten sein realistisches Therapieziel und erstellt einen entsprechenden Behandlungsplan. Dabei steht die Therapie insgesamt unter der Leitung eines ärztlichen Schmerztherapeuten.

Was erwartet die Patienten während der Therapie?

Obgleich jeder Patient individuelle Besonderheiten mitbringt, hat sich ein Setting mit überwiegend Gruppentherapien bewährt. Die Patienten lernen mit- und voneinander und Aktivität fällt gemeinsam leichter und macht gemeinsam auch einfach mehr Freude als allein. Pro Durchgang werden bis zu acht Patienten bei einem stationären Aufenthalt von mindestens 14 Tagen bis zu drei Wochen betreut. Feste Bestandteile sind neben der ärztlichen Therapie Physio-, Ergo- und Psychotherapie. Im Rahmen der Psychotherapie werden mit den Patienten unter anderem Techniken zur Stressreduktion und besseren Schmerzbewältigung erarbeitet. Die ärztliche Therapie erstreckt sich von Information und Aufklärung über das gezielte Austesten spezifischer schmerzmedikamentöser Therapien bis hin zu in Einzelfällen sinnvollen Blockadetechniken.

Zu Beginn der stationären Therapie erfolgt zudem ein interdisziplinäres Aufnahmeassessment, um die Gruppen bestmöglich zusammenzustellen.

Wann sind Schmerzen chronisch und in welchen Fällen ist eine stationäre Therapie angezeigt?

Von chronischen Schmerzen sprechen wir, wenn diese länger als drei, eher sechs Monate anhalten. Häufig ist auch ein typischer Auslöser nicht oder nicht mehr zu erkennen. Die MMST ist immer dann angezeigt, wenn eine nachweisliche Beeinträchtigung der Lebensqualität besteht oder droht und „unimodale Verfahren“ wie Medikamente oder Physiotherapie bisher nicht die gewünschte Wirkung zeigten. Der Schmerz wird für die Patienten zum Lebensinhalt und nicht selten führt er zu psychischen Veränderungen bis hin zur sozialen Isolation. Schmerz wird von jedem Menschen subjektiv wahrgenommen und erlebt. Deshalb ist die Berücksichtigung der psychischen Komponente innerhalb des Behandlungskonzeptes so wichtig.

 

Damit eine stationäre Behandlung in dieser Form von der Krankenkasse bezahlt wird, müssen die nachfolgenden Voraussetzungen überwiegend erfüllt sein:

  • Sie leiden schon länger (mindestens 6 Monate) unter starken Schmerzen und haben mehrfach hausärztliche sowie fachärztliche Hilfe in Anspruch genommen.
  • Trotz Einnahme verschiedener Schmerzmittel, Physiotherapie oder eventuell auch Spritzen und Operationen konnten die Schmerzen nicht befriedigend gelindert werden. Es kann auch sein, dass länger bestehende Schmerzen in letzter Zeit noch mehr zugenommen oder sich über weitere Körperbereiche ausgedehnt haben. Attackenartige Schmerzen treten möglicherweise inzwischen deutlich häufiger auf und sprechen auf die bisherige Therapie nicht mehr an.
  • Durch die Schmerzen sind Sie anhaltend in Ihrem Alltagsleben, evtl. sogar in Ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt und ziehen sich immer mehr von Ihren Mitmenschen zurück.
  • Sie nehmen nunmehr fast tägliche mehrere, unter Umständen auch sehr starke Schmerzmittel ein, die zunächst auch hilfreich waren, aber zunehmend ihre Wirkung zu verlieren scheinen.
  • Sie haben Begleiterkrankungen, die ebenfalls mit Medikamenten behandelt werden müssen und Sie regelmäßig zum Arzt führen. Sie müssen möglicherweise bestimmte Medikamente oder Inhaltsstoffe meiden, weil es schon zu Unverträglichkeitsreaktionen kam oder es sich mit Ihren anderen Medikamenten nicht verträgt.

Treffen einige dieser Aussagen auf Sie zu, dann besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Schmerztherapeuten die Möglichkeiten die Stationäre Multimodale Schmerztherapie in Anspruch zu nehmen. Wir senden Ihnen dann vorbereitend einige Unterlagen zu, die Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt zusammen ausfüllen und uns zurücksenden, damit wir Ihre Aufnahme planen können. Da die Krankenkassen die Voraussetzungen einer stationären Behandlung sehr genau prüfen, müssen wir Sie bitten, sich die Kostenübernahme vorab durch Ihre Krankenkasse schriftlich bestätigen zu lassen.

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