Immer mehr sächsische Kliniken bauen ihre geriatrische Versorgung (Altersmedizin) aktiv aus. Im April startete nun auch das Klinikum Mittweida mit einer eigenständigen Fachabteilung für Akutgeriatrie, um den Bedürfnissen hochbetagter, multimorbider Patienten wohnortnah gerecht zu werden.
Die Abteilung steht unter Leitung der neuen Chefärztin, Dipl.-Med. Silvia Hohmann. Eine zweite Spezialistin wird das Team ab September verstärken. Im Vorfeld ist bereits viel Energie geflossen: „Die Geriatrie steht schon lange im medizinischen Konzept des Hauses. In Zukunft sind Kliniken verpflichtet, eine stationäre Altersmedizin am Haus anzubieten, um andere medizinische Angebote wie beispielsweise die Alterstraumatologie aufrecht erhalten zu können“, erklärt Geschäftsführer Florian Claus.
Die Geriatrie ist ein Querschnittsfach: Geriatrische Patienten zeigen Überschneidungen diverser Erkrankungen, beispielsweise aus dem Bereich der Inneren Medizin, Neurologie und Orthopädie. Typisch sind unter anderem Frakturen (z.B. Sturzverletzungen), chronische Schmerzen, körperliche Schwäche, nachlassende Gedächtnisleistung, Inkontinenz und weitere Syndrome. Patienten, die in der Geriatrie behandelt werden, sind in der Regel mindestens 70 Jahre alt und weisen mindestens zwei behandlungsbedürftige chronische Erkrankungen auf (Multimorbidität). „Da etwa Dreiviertel unserer Patienten Alterspatienten sind, ist die Versorgung dieses Patientenklientels im Klinikum Mittweida ohnehin bereits tägliche Praxis. Der Aufbau der Abteilung hebt diese jedoch noch einmal auf ein ganz neues Level“, so Claus.
„Die Basis der geriatrischen Komplexbehandlung bildet die enge Zusammenarbeit der beteiligten Professionen Pflege, Physio- und Ergotherapie, Logopädie, Psychologie, Sozialdienst und ärztlicher Dienst mit dem Ziel der Wiederherstellung bzw. des Erhaltes eines Höchstmaßes an Gesundheit und Wohlbefinden, eigenständiger Lebensführung, Mobilität und Teilhabe im Rahmen der Möglichkeiten bzw. Ressourcen der Patienten“, erklärt die neue Chefärztin Silvia Hohmann. Dafür ist eine spezialisierte, interdisziplinäre Betreuung notwendig, die über die herkömmliche medizinische Versorgung hinausgeht. Im Rahmen einer frührehabilitativen geriatrischen bzw. akutgeriatrischen Komplexbehandlung, welche sich in der Regel über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen erstreckt, soll die Alltagskompetenz und Mobilität der Patienten verbessert werden.








