Marion Rudelt hat einen langen Leidensweg hinter sich. Die Leisnigerin litt unter einer ausgeprägten Arthrose im rechten Knie, jeder Schritt war eine Qual. Sie zögerte lange mit einem operativen Eingriff, nicht zuletzt wegen ihrer Nickelallergie.
In der Endoprothetik gibt es aber gute Lösungen für Metallunverträglichkeiten. "Bei einer keramischen Kniegelenksprothese handelt es sich um ein künstliches Gelenk komplett ohne Metallanteile. Das Gelenk ist rein aus Keramik hergestellt und muss deshalb mit besonderer Sorgfalt im Knochen verankert werden", erklärt Dr. med. Erik Hauffe. "Durch die spezielle Herstellungstechnik handelt es sich um ein Implantat, das nicht als Standard bezeichnet werden kann. Die Kosten sind im Vergleich zu einem normalen Implantat deutlich höher. Deshalb kann es nicht jedem Patienten angeboten werden und wir wählen deshalb nur Patienten mit entsprechenden bekannten Allergien dafür aus."
Durch das Angebot einer keramischen Implantation können manche Patienten eine höhere Sicherheit erhalten, um allergische Reaktionen zu vermeiden. Marion Rudelt ist im Nachhinein froh, dass Dr. Hauffe diese Lösung für sie gefunden hat. "Jetzt muss ich mir keine Sorgen machen, dass das Metall in meinem Körper reagiert und ich dadurch Probleme bekomme.“ Für den Chefarzt war es die erste Keramik-Knie-Endoprothese, die im Klinikum Mittweida implantiert wurde.
“Keramische Implantate haben außerdem den Vorteil eines deutlich geringeren Verschleißes”, berichtet Dr. Hauffe weiter. Dadurch sei anzunehmen, dass die Standzeit erhöht ist. Allerdings können keramische Gleitpaarungen auch Nachteile haben: Manche Patienten berichten von einem quietschenden Gefühl. Daher kann man nicht generell Keramik-Gelenke implantieren; die Indikation muss individuell geprüft werden.
Frau Rudelt möchte spätestens im Sommer wieder vollständig fit sein. Sie erhält regelmäßige Physiotherapie und Nach-kontrollen. Treppensteigen und Beugen fallen noch schwer, Schmerzmittel sind nach der Operation aber kaum noch nötig.








