Fast 100 Teilnehmende zum 6. Fachforum – Update zum Baufortschritt am Klinikum im Bereich der Notaufnahme
Das Fachforum Notfallversorgung ist seit 2019 ein festes Format in Mittweida, um Akteure aus dem präklinischen und klinischen Bereich zum interaktiven Austausch zusammenzubringen. Zum inzwischen sechsten Mal verfolgten am Mittwochabend - in diesem Jahr mit einer Rekordbeteiligung - fast 100 Teilnehmende die spannenden Vorträge der Referenten. Zunächst referierte Oberarzt Dr. med. Stefan Wehrmann über das akute Abdomen. Er erklärte, wann Bauchschmerzen ein Fall für die Notfallmedizin sind und wie die Diagnostik und Behandlung von zeitkritischen Krankheitsbildern konsequent erfolgen kann, um Notfallpatienten effektiv versorgen zu können. Im Anschluss sprach Chefarzt Dr. med. Erik Hauffe über das Management von Wirbelsäulen- und Beckenverletzungen. Gleich zwei Referenten kamen zum Thema "Schnittstelle Rettungsdienst – Klinik" zu Wort: Matthias Hähnchen vom DRK Döbeln-Hainichen sprach zur Übergabe und Übernahme von Notfallpatienten aus Sicht des Rettungsdienstes, während René Wittmann die gleiche Thematik aus der Perspektive der Notaufnahme betrachtete. Hier wurden unter anderem sinnvolle Schemata zur strukturierten Anamnese, Erstuntersuchung, Behandlung und insbesondere der Übergabe von Notfallpatienten bzw. Schwerverletzten vorgestellt.
Sowohl Rettungsdienst-Mitarbeitende, Notärzte als auch Klinikpersonal und weitere Interessierte nutzten die Gelegenheit, ihr Fachwissen aufzufrischen und auszubauen. Das beliebte Veranstaltungsformat in der #Werkbank32 bot erneut eine gute Gelegenheit zum Netzwerken und für interessante Gespräche.
Das Klinikum Mittweida ist ein verlässlicher Partner der präklinischen Versorgung. Geschäftsführer Florian Claus wagte einen Blick auf die Zukunft der Notfallversorgung in Mittweida. Er erklärte: „Im Zuge der bevorstehenden Reform der Notfallversorgung sollen bis Mitte 2027 flächendeckend an ausgewählten Kliniken Integrierte Notfallzentren für die Versorgung von Erwachsenen (INZ) und Kindern (KINZ) etabliert werden, um den vertragsärztlichen Notdienst, die Notaufnahmen der Kliniken und den Rettungsdienst noch enger zu vernetzen, Patienten zielgerichtet zu steuern und stark frequentierte Notaufnahmen zu entlasten.“ Integrierte Notfallzentren sollen eine Notaufnahme, eine Notdienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und eine gemeinsame Ersteinschätzungsstelle verbinden, um allen Patienten eine einheitliche Anlaufstelle im medizinischen Notfall zu bieten.
„Das Klinikum Mittweida ist ein prädestinierter Standort für ein solches Integriertes Notfallzentrum, denn wir haben uns bereits frühzeitig auf den Weg gemacht, um die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen“, betonte Florian Claus. Für Mittweida spricht nicht zuletzt das bereits erfolgreich umgesetzte Campuskonzept mit der direkt angrenzenden Rettungswache auf dem Klinikgelände, die bereits seit 2021 angebundene Bereitschaftsdienstpraxis der KV und die im letzten Jahr eingeführte digitale Vernetzung zwischen dem Rettungsdienst und der Zentralen Notfallambulanz im Klinikum Mittweida. „Wir hoffen, 2027 dann auch offiziell den Zuschlag für das INZ und KINZ am Standort Mittweida zu erhalten.“
Bereits in der Planungsphase des 3. Bauabschnitts 2019 wurde diese Entwicklung auch räumlich abgebildet. Mit der im Sommer 2026 begonnenen baulichen Erweiterung werden optimale räumliche Bedingungen für das zukünftige INZ geschaffen. Nach dem Abschluss der Tiefbauarbeiten einschließlich der Herstellung eines Baugrubenverbaus haben die Rohbauarbeiten begonnen. Je nach Witterung ist die Fertigstellung des Rohbaus im zweiten Quartal 2027 vorgesehen; der Gesamtabschluss der "Teilmaßnahme INZ", welche ebenso Umbaumaßnahmen im Bestand der derzeitigen Notaufnahme beinhaltet, soll im zweiten Quartal 2028 erfolgen. Nach Fertigstellung steht dann ein funktionales Integriertes Notfallzentrum mit Leitstelle, überdachter Liegendanfahrt, separatem Wartebereich, Behandlungsräumen für die KV-Praxis und einem modernen Erstversorgungsraum (Schockraum) zur Verfügung. Patienten in Akut- und Notfällen können damit noch effektiver versorgt werden.








