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Die Äußere Wendung

Das besondere Angebot bei Beckenendlage

Alles zum Guten wenden: Spontangeburt trotz Beckenendlage

Beckenendlage – Und nun? Für eine natürliche Geburt ist das eine denkbar ungünstige Position: Denn bei einer Beckenendlage muss das Baby mit dem Po voran durch den Geburtskanal. Etwa in fünf Prozent aller Schwangerschaften tritt dieser Fall ein und es heißt oft: Es wird ein Kaiserschnitt! Doch genau den halten die meisten Gebärenden nicht für die beste Alternative. Denn nach einem Kaiserschnitt dauert es länger, ehe man wieder auf den Beinen ist, man hat tagelang Schmerzen und die Operationswunde muss erst wieder heilen. Zurück bleibt eine Narbe. Als Mutter möchte man möglichst schnell nach der Geburt wieder fit sein, erst recht, wenn nicht nur das Neugeborene selbst, sondern auch Geschwisterkinder zu versorgen sind. Es gibt zwar eine Reihe von alternativen Methoden, die das Baby doch noch in die richtige Geburtsposition bewegen können. Wenn jedoch alles versagt, kann die Äußere Wendung helfen.

Kunstgriff sorgt für Purzelbaum im Bauch

Die sogenannte Äußere Wendung kann bei Schwangerschaften mit Beckenendlage einen Kaiserschnitt ersparen. Dafür wird das Kind im Mutterleib gedreht. Das hört sich zwar simpel an, ist es jedoch nicht. Nicht jede Klinik kann die Äußere Wendung anbieten, denn hierfür sind spezielle Fertigkeiten und praktische Erfahrungen nötig. Und: Nur in etwa der Hälfte der Fälle lässt sich das Kind wenden, aber einen Versuch ist es wert. Bei der Äußeren Wendung handelt es sich um eine schon seit dem 19. Jahrhundert bekannte Methode, die eine Chance zur Spontangeburt ermöglicht und den einen oder anderen Kaiserschnitt unnötig macht.

Aktuell wird eine Variante der „klassischen“ Wendung nach Hinkson angeboten, die sogenannte Soft-Touch-Wendung. Dabei werden die Neugeborenenreflexe bereits im Mutterleib aktiviert, um dann die Eigenbewegung des Kindes von außen zu unterstützen.
Zunächst ermitteln wir per Ultraschall die Lage des Kindes. Durch leichten Druck auf den Unterbauch wird versucht, den Po des Babys aus dem mütterlichen Becken zu bewegen. Man streicht über den Rücken und tippt die Fußsohlen an, mit der anderen Hand wird das Köpfchen geführt. Nach einer Vorwärts- oder Rückwärtsrolle liegt das Kind in Schädellage, im Idealfall bereits nach zwei bis drei Minuten. Dieser Dreh-Impuls kann sich für die Schwangere wie ein Purzelbaum im Bauch anfühlen.
Natürlich werden die Herztöne des Kindes während und noch weitere zwei Stunden nach der Wendung mit Hilfe des CTGs überwacht. Dann geht es in ein Zimmer auf Station. Im weiteren Tagesverlauf wird erneut die Herzfrequenz des Kindes und etwaige Wehentätigkeit kontrolliert, ebenso am nächsten Morgen. Eine weitere Ultraschall-Untersuchung zeigt, ob sich das Kind noch in Schädellage befindet und kontrolliert die Plazenta an der Anhaftungsfläche. Wenn alles gut ist, geht es anschließend nach Hause.
Das Manöver und die möglichen Risiken werden ausführlich in der 36. SSW besprochen und geplant, um nach ausreichender Bedenkzeit ca. eine Woche später durchgeführt zu werden. Grundsätzlich ist jeder spätere Zeitpunkt denkbar, allerdings sinken dann die Erfolgschancen. Das Zeitfenster für den Kunstgriff ist also knapp bemessen.

  • Plazenta praevia/Vasa praevia
  • fehlende Einwilligung der Frau
  • akute Notzustände wie vorzeitige Plazentalösung, HELLP-Syndrom
  • schwere Präeklampsie oder ein pathologisches CTG

über den Geburtensaal
Tel.: +49 3727 99 1121

Leitende Oberärztin in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Àgnes Zirkel

Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe


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